Ratgeber 4 Min. Lesezeit

Ein Handschlag beim Vorgespräch fühlt sich gut an. Spätestens wenn die Feier länger geht als geplant, die Location um Mitternacht die Lautstärke drosselt oder ein Paar kurzfristig absagt, zählt aber, was schriftlich vereinbart ist. Ein klarer Vertrag schützt dabei beide Seiten: dich und das Brautpaar.

In diesem Artikel findest du die Punkte, die aus meiner Erfahrung als Moderator und DJ in jeden Hochzeitsvertrag gehören.

Wichtig: Dieser Artikel ist eine Checkliste aus der Praxis und ersetzt keine Rechtsberatung. Lass deine Vertragsvorlage und vor allem deine Storno- und Widerrufsregeln einmal von einer Anwältin oder einem Anwalt prüfen.

Die 12 Punkte für deinen DJ-Vertrag

1. Vertragspartner und Ansprechpartner

Trag beide Partner mit vollem Namen, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail ein. Lege außerdem fest, wer am Hochzeitstag dein Ansprechpartner ist, zum Beispiel ein Trauzeuge. Das Brautpaar soll an diesem Tag nicht über Zeitpläne und Stromanschlüsse sprechen müssen.

2. Datum, Location und Zeiten

Neben Datum und Adresse der Location gehören drei Zeiten in den Vertrag: ab wann du aufbauen kannst, wann die Musik beginnt und wann die Spielzeit endet. Klär mit der Location vorab, ob es eine Sperrstunde oder eine Lautstärkebegrenzung gibt, und halte das fest.

3. Leistungsumfang

Beschreib genau, was gebucht ist: DJ für die Party, Musik beim Sektempfang und Essen, Beschallung der freien Trauung, Mikrofon für Reden, Lichttechnik, Moderation. Was nicht im Vertrag steht, ist später Verhandlungssache.

4. Spielzeit und Verlängerung

Die häufigste Diskussion auf Hochzeiten: Die Party läuft, und eigentlich ist gleich Schluss. Leg im Vertrag fest, bis wann die Spielzeit geht, ob und wie lange verlängert werden kann und was jede weitere Stunde kostet. Halte auch fest, wer die Verlängerung am Abend zusagen darf, zum Beispiel das Paar selbst oder der Trauzeuge.

5. Preis, Anzahlung und Zahlungsfristen

Nenne den Gesamtpreis und schreib dazu, ob er die Umsatzsteuer enthält. Lege fest, wie hoch die Anzahlung ist, bis wann sie fällig ist und wann der Restbetrag gezahlt wird, zum Beispiel einige Tage vor der Hochzeit.

6. Fahrtkosten und Übernachtung

Gerade bei Hochzeiten weiter weg: Regle, ob die Anfahrt im Preis enthalten ist, ab welcher Entfernung Fahrtkosten anfallen und wer bei einem späten Ende die Übernachtung bezahlt.

7. Verpflegung und Pausen

Ein DJ, der den ganzen Abend vor Ort ist, braucht Essen und Getränke. Halte fest, dass du mitversorgt wirst und wann du kurze Pausen machen kannst, ohne dass die Tanzfläche leer läuft, zum Beispiel mit einer vorbereiteten Playlist.

8. Technik, Strom und Platz

Notiere, welchen Stromanschluss du brauchst, wie viel Platz dein Aufbau einnimmt und ob die Location eigene Technik stellt. Hat die Location einen Lautstärkebegrenzer, gehört auch das in den Vertrag. Dann gibt dir später niemand die Schuld an einer gedrosselten Anlage.

9. Musikwünsche und Ablauf

Lege fest, bis wann das Paar Musikwünsche, Eröffnungstanz und No-Go-Liste schickt, zum Beispiel drei Wochen vor der Hochzeit. Sinnvoll ist auch ein Satz dazu, dass du die Reihenfolge der Musik nach der Stimmung auf der Tanzfläche wählst.

10. Rücktritt und Stornierung

Was passiert, wenn das Paar absagt? Viele DJs staffeln die Kosten danach, wie kurzfristig abgesagt wird, weil ein frei gewordener Samstag in der Hochsaison kaum neu zu vergeben ist. Achtung: Pauschalen in vorformulierten Vertragsbedingungen dürfen nicht beliebig hoch sein. Lass deine Staffel deshalb anwaltlich prüfen.

11. Ausfall und Ersatz

Auch du kannst krank werden. Regle, dass du in diesem Fall einen gleichwertigen Ersatz-DJ aus deinem Netzwerk stellst und das Paar sofort informierst. Das gibt dem Paar Sicherheit und dir einen klaren Plan.

12. Musiknutzung, Fotos und Videos

Bei Firmenfeiern und öffentlichen Veranstaltungen solltest du festhalten, wer die Musiknutzung bei der GEMA anmeldet. Und falls du Ausschnitte von der Feier auf Instagram zeigen möchtest: Lass dir vorher schriftlich bestätigen, ob und wie das erlaubt ist.

Online-Unterschrift und Widerruf: Das solltest du wissen

Immer mehr Verträge werden online unterschrieben. Das spart Zeit, hat aber eine rechtliche Folge: Ein Vertrag, der nur per Mail und Online-Unterschrift zustande kommt, ist in der Regel ein Fernabsatzvertrag. Verbraucher haben bei Fernabsatzverträgen grundsätzlich ein Widerrufsrecht von 14 Tagen.

Das Gesetz kennt eine Ausnahme für Dienstleistungen im Zusammenhang mit Freizeitbetätigungen, wenn der Vertrag einen bestimmten Termin vorsieht (§ 312g Abs. 2 Nr. 9 BGB). Für Redner bei Hochzeiten wird in der juristischen Literatur vertreten, dass diese Ausnahme greift. Für DJs und andere Hochzeitsdienstleister ist das nach meinem Kenntnisstand nicht abschließend durch Gerichte geklärt.

Mein Rat: Lass anwaltlich klären, ob für deine Leistung ein Widerrufsrecht besteht, und informiere deine Kunden vor Vertragsschluss korrekt darüber. In feierflow kannst du Verträge online unterschreiben lassen, und der Widerruf ist eingebaut, falls er für dich gilt.

So geht der Vertrag schneller raus

Wenn du jeden Vertrag neu in Word tippst, kostet das Zeit, und es schleichen sich Fehler ein. Leg dir eine Vorlage an und übernimm Name, Datum, Location und Preis direkt aus der Anfrage. Mit feierflow für DJs erstellst du Angebot und Vertrag aus der Anfrage heraus, in deinem eigenen Design und mit Online-Unterschrift. Musikwünsche fragst du später per Fragebogen ab, und sie landen beim selben Paar.

Kurz zusammengefasst

  • Beide Partner, Ansprechpartner am Tag, Datum, Location und alle Zeiten
  • Genauer Leistungsumfang und Spielzeit mit Preis für Verlängerungen
  • Gesamtpreis, Anzahlung und Fristen, Fahrtkosten und Verpflegung
  • Technik, Strom, Lautstärke und eine Frist für Musikwünsche
  • Storno, Ausfall und Ersatz, GEMA bei öffentlichen Events
  • Widerruf bei Online-Verträgen anwaltlich klären lassen

Alle Artikel im Ratgeber